Archiv für Dezember 2013

Antifa Kundgebung mit 130 Menschen

Für den heutigen Montag rief Birgit Rydlewski zu einer Antifa Kundgebung in der Karl-Liebknechtstr. auf. Diesem Aufruf folgten Ca. 130 Menschen aus den unterschiedlichsten Spektren.
Grund für die Kundgebung war eine Nazi-Kundgebung, die gezielt gegen Birgit Rydlewski und andere Lokalpolitiker gerichtet war. An der Nazi-Kundgebung nahmen jedoch nur knapp 50 Nazis teil.
Als die Gegendemonstranten_innen in Richtung der Nazi-Kundgebung los liefen, wurden diese von der Polizei gestoppt und kurze Zeit später wurde die Kundgebung, die sich nun auf die Seitenstraße verschoben hat, um so wenigstens ein bisschen in Sichtweite der Nazis zu sein, aufgelöst, da die Straße für die Autofahrer_innen blockiert war.
Generell gelang es nur wenigen Menschen, direkt an die Nazi-Kundgebung ranzukommen, was wir als sehr schade empfinden.
Schuld dafür war allerdings nicht die Unentschlossenheit der Teilnehmer_innen, sondern die der Polizei, selbst Versuche eine Kundgebung anzumelden, die näher an die Kundgebung der Nazis wäre, wurden unterbunden.

Solidarität ist eine Waffe! Solidarität mit jedem Betroffenen_innen Rechter Hetze oder Gewalt!

Gemeint sind wir alle !

Am 23.​12. wol­len sich die Dort­mun­der Neo­na­zis der Par­tei »Die Rech­te« er­neut als Wan­der­zir­kus ver­su­chen und dabei die Ak­ti­ons­for­men des ver­bo­te­nen “NWDO” wie­der auf­grei­fen: Einen Tag vor Hei­lig­abend soll es “di­rekt vor die Haus­tür” gehen, um en­ga­gier­te Po­li­ti­ker_in­nen in ihrem Wohn­um­feld ein­zu­schüch­tern. Die Dort­mun­der Neo­na­zi-​Sze­ne zeich­ne­te sich schon immer durch ein ag­gres­si­ves Vor­ge­hen gegen “po­li­ti­sche” Geg­ner aus, was unter an­de­rem zum Ver­bot des “NWDO” führ­te. Die Liste ist lang: Auf Häu­ser­wän­de ge­sprüh­te Mord­auf­ru­fe, An­grif­fe auf Par­tei­bü­ros und Ver­eins­häu­ser, Be­schä­di­gun­gen von Autos, ver­ba­le sowie kör­per­li­che An­grif­fe auf An­ti­fa­schis­t_in­nen aller Cou­leur, was unter an­de­rem zur Ver­trei­bung einer Fa­mi­lie aus Dorts­feld führ­te.
Fol­gen­de Sta­tio­nen pla­nen die Par­tei-​Neo­na­zis, die sie mit aller Wahr­schein­lich­keit mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel er­rei­chen wol­len (S4 und U-​Bahn 41 ): Dort­mund-​Lüt­gendort­mund und Dort­mund-​Mit­te. In Lüt­gendort­mund soll es den Stadt­teil­bür­ger­meis­ter der SPD tref­fen, in Dort­mund-​Mit­te den Dort­mun­der Bür­ger­meis­ter und eine Po­li­ti­ke­rin der Pi­ra­ten-​Par­tei.
Es ist wich­tig, dass wir als au­to­no­me An­ti­fa­schis­t_in­nen, den Pro­test gegen Kund­ge­bun­gen der ex­tre­men Rech­ten un­ter­stüt­zen!
Darum rufen wir Euch auf: Kommt am 23. zur An­ti­fa-​Kund­ge­bung zur “Te­waag­stra­ße Ecke Karl-​Lieb­knecht-​Stra­ße”. Wir sind so­li­da­risch mit der Be­trof­fe­nen!

Ge­meint sind wir alle – den an­ti­fa­schis­ti­schen Selbst­schutz or­ga­ni­sie­ren! Alle für eine – eine für Alle!

Antifa-Spaziergang in Lütgendortmund

Am Sonn­tag, dem 8. De­zember, ver­sam­mel­ten sich meh­re­re An­ti­fa­schis­tIn­nen aus Dort­mund, um ge­mein­sam im Stadt­teil Lüt­gendort­mund einen An­ti­fa-​Spa­zier­gang zu ma­chen.

Das im Wes­ten ge­le­ge­ne Lüt­gendort­mund – an der Gren­ze zu Bo­chum – wird immer mal wie­der Ziel neo­na­zis­ti­scher Pro­pa­gan­da-​Ak­tio­nen. In letz­ter Zeit kam es dort auch zu Pö­be­lei­en und Über­grif­fen auf Ju­gend­li­che durch Neo­na­zis. Letz­te­re re­kru­tie­ren sich in Lüt­gendort­mund größ­ten­teils aus „ak­ti­ons­ori­en­tier­ten“ Fuß­ball­fans des BVB. Auch der füh­ren­de Kopf der Dort­mun­der Neo­na­zis-​Sze­ne, Den­nis Giemsch, wohn­te 2012 noch mit Frau und Kind in die­sem Stadt­teil, bis er mit einem an­ti­fa­schis­ti­schen Haus­be­such ge­ou­tet wurde, wor­auf­hin seine Fa­mi­lie wenig spä­ter die Um­zugs­kar­tons pa­cken muss­te.

Be­reits ver­gan­ge­nes Jahr fand in Lüt­gendort­mund eine An­ti­fa-​De­mo gegen Ras­sis­mus und ein ge­plan­tes Neo­na­zi-​Kon­zert statt. Da­mals zogen ca. 300 Anit­fa­schis­tIn­nen von Bo­chum-​Lan­gend­re­er nach Lüt­gendort­mund. An die­sen Er­folg woll­ten wir an­knüp­fen. Wäh­rend des Spa­zier­gangs konn­ten zahl­rei­che Neo­na­zi-​Auf­kle­ber ent­fernt und durch an­ti­fa­schis­ti­sche Sti­cker er­setzt wer­den. Neo­na­zis oder rech­te Fuß­ball­fans wur­den wäh­rend der Ak­ti­on nicht ge­sich­tet bzw. haben sich nicht bli­cken las­sen.

Nach dem Ver­bot des “NWDO” und der Neu­grün­dung der Par­tei “Die Rech­te” scheint die Neo­na­zi­sze­ne in Dort­mund mo­men­tan etwas ge­schwächt. Mo­bi­li­siert wer­den kann le­dig­lich “nur noch” der harte mi­li­tan­te Kern. Dies soll­te für uns Grund genug sein, den Dort­mun­der Neo­na­zis nun auch in den wei­ter drau­ßen ge­le­ge­nen Stadt­tei­len we­nigs­tens tem­po­rär ihre Ge­biets­an­sprü­che strei­tig zu ma­chen.

Von Bullen ermordet: Alexandros G. (6.12)

Am Abend des 6. Dezember 2008 befanden sich Alexandros Grigoropoulos
und seine Freundin_innen zu einer Party im Athener Stadtteil Exarchia.
Als sie unterwegs auf eine Polizeikontrolle treffen fallen Schüsse. Der 15 jährige Anarchist stirbt
noch vor Ort.

Der Todesschütze Epaminondas Korkoneas feuerte drei Schüsse auf den als fröhliche und offenherzigen geltenden Schüler ab.
Die Augenzeug_innen Berichte reichen von Schüssen ohne Vorwarnung, bis zu gezielte Schüssen
aus nächster Nähe nach einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Polizei und Jugendlichen.
Die Polizei spricht von dem Querschläger eines Warnschusses auf randalierende Jugendliche.
Dass diese Aussagen gänzlich falsch waren, befand auch ein Gericht, welches den Täter zwei Jahre später wegen Mordes verurteile.

Die Folge des Mordes an Alexandros waren Wochen und
Monate lange Ausschreitungen und Straßenschlachten in Athen und ganz
Griechenland sowie internationale Solidaritätsaktionen.
Weltweit demonstrierten viele tausend Repressionsgegner_innen gegen Bullenmorde im Gedenken
an den 15 jährigen Anarchisten.
Am ersten Jahrestag des Mordes in Athen gab es Angriffe auf polizeiliche Einrichtungen in ganz Europa.

Auch in diesem Jahr solidarisieren sich am 6.12 weltweit Menschen mit unseren Genoss_innen in
Griechenland und Alexandros Freund_innen und Agehörigen.
Dabei sollte Solidarität nicht bei einem Lippenbekenntnis bleiben.
Es gibt vielfache und kreative Aktionsformen um Trauer, Wut und Solidarität einen angemessenen Ausdruck zu verleihen.

Auch wir erinnern uns wütend an Repression, Verdrängung und Bullenterror, die wir, wie auch radikale Linke weltweit, all zu oft am eigenen Leib zu spüren bekommen.
So always remember – the 6th. of december!

Kein Vergeben, kein Vergessen!
Unsere Solidarität gilt auch weiterhin allen GenossInnen, die weltweit Bullengewalt – und Repression ausgesetzt sind!

“Werft nicht noch mehr Tränengas nach uns,
wir weinen schon von selbst.”
(Aus einem Abschiedsbrief Alexandros Freund_innen an seiner Beerdigung)